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Von der Leyen

Marianne von Dalberg, Tochter des Kämmerers von Worms und Schwester des letzten Mainzer Kurfürsten Karl Theodor von Dalberg, heiratete 1765 den Grafen Franz Karl von der Leyen. Unter dessen Regentschaft wurde 1773 die Residenz von Koblenz nach Blieskastel verlegt. Nachdem ihr Ehemann 1775 gestorben war, übernahm seine Witwe die Regierungsgeschäfte.

Die Stadt Blieskastel erhielt in dieser Zeit das barocke Gepräge, das sie bis heute einzigartig macht. Als "Landesmutter" holte Marianne von der Leyen Architekten wie Christian Ludwig Hautt, Mathias Weysser oder Peter Reheis an ihren Hof. Während von dem ursprünglichen Schlossbau nur die so genannte "Orangerie" überdauerte, sind aus ihrer Herrschaftszeit zahlreiche Bauwerke erhalten: Der Paradeplatz etwa mit dem angrenzenden Rat- und Waisenhaus sowie dem „Haus des Waisenvogts“ Peter Schlemmer, das „Kleine Schlösschen“ und die Hofratshäuser in der Schlossbergstraße oder nicht zuletzt die reich ornamentierte Schlosskirche legen Zeugnis ab über die rege wie kunstvolle Bautätigkeit diese Phase.

Marianne von der Leyen engagierte sich als eifrige Reformerin: Sie förderte den Bergbau, das Hüttenwesen und die Glasindustrie, modernisierte das Schulwesen, kurbelte die Landwirtschaft an und leitete im Gesundheitswesen Verbesserungen ein. Das Übergreifen der Französischen Revolution zwang die populäre "Landesmutter" 1793 zu einer abenteuerlichen Flucht in Bauernkleidung.

Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Marianne von der Leyen auf Schloss Heusenstamm bei Frankfurt, 1981 wurden ihre Gebeine nach Blieskastel überführt und in der Krypta der Schlosskirche beigesetzt.

Marianne von der Leyen
Franz Karl von der Leyen