Tour Barock... entdecken Sie die Stationen der BarockStraße.
Zweibrücken

Residenzschloß

1719 nach dem Tode König Karls XII. übernahm Herzog Gustav Samuel Leopold die Regentschaft, wodurch Zweibrücken wieder zur Residenzstadt wurde. Der neue Herzog begann sofort mit den Planungen für einen neuen repräsentativen Schlossbau.
Der schwedische Geometer und Baumeister Jonas Erikson Sundahl (1678-1762) schuf  die Pläne in einem klaren, nordischen Barockstil. Er hatte anfangs auch die Bauleitung innen. Die Bauarbeiten wurden Johann und Georg Koch aus Tirol übertragen, die auch schon die
Karlskirche erbaut hatten.

Als Standort für den größten pfälzischen Profanbau  wurde der bisher unbebauten Nordrand des Schlossplatzes gewählt. Die Grundsteinlegung war 1720. Die Innenarchitektur wurde 1725 Jean Henry Duchenois übertragen. Er ist auch Sundahls Nachfolger in der Bauleitung.
Das Schloss wurde Ende 1725 bezogen. Hier lebten vier regierende Herzöge (Gustav Samuel Leopold, Christian III., Christian IV., Karl II. August).Herzog Karl II. August verließ das Stadtschloss und ließ sich den Karlsberg bauen. Im Zweibrücker Residenzschloss verbrachte der erste bayerische König Max I. Joseph zeitweise seine Jugendjahre

Am 3. August 1793 wurde das Schloss durch die Franzosen geplündert und zerstört. 1807 übergab dann Kaiser Napoleon die Ruine der Stadtgemeinde zur Umwandlung in eine kath. Kirche. 1817 bestätigte König Max I. Joseph diesen Beschluss. Das Schloss erhielt ein neues, verhältnismäßig hohes Walmdach. Der Mittelbau wurde 1820 zur Maximilianskirche, der Ostflügel zur Pfarrwohnung, der Westflügel zu einem Absteigequartier für den König ausgebaut. Neben dem Schloss wurde ein Glockenturm errichtet. Durch die Herausnahme von Innenwänden wurde die Statik des Gebäudes stark gefährdet.

1866 wurde das Gebäude vom bayerischen Staat übernommen, der es zur Aufnahme der Zweibrücker Gerichte bestimmte. Das Gebäude erhielt eine völlig neue Einteilung. Der Glockenturm wurde abgetragen. Ab 1869 wurde der Bau als Justizpalast genutzt.

Bombenangriffe im Januar und März 1945 machten das Gebäude erneut zur Ruine. Das Schloss ist 1960-64 unter Bezugnahme auf die bildlichen Quellen des 18. Jahrhunderts außen wieder in der barocken Form hergestellt worden. Es beherbergt seit dem 1. Jan. 1964 wieder das Pfälzische Oberlandesgericht.

Das Schloss in Zweibrücken.
Bildbeschreibung