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Zweibrücken

Mannlichhaus

Die Häuser der sog. "Herzogsvorstadt" oder "unteren Vorstadt" wurden unter Herzog Christian IV. in den Jahren 1760 bis 1775 von dem Zweibrücker Baudirektor Johann Christian Ludwig Hautt im Barockstil errichtet. Um der Baulust seiner Untertanen nachzuhelfen, ließ Christian IV. die Hälfte der Häuser auf Kosten der Landeskasse erbauen und sie anschließend verlosen. An der Lotterie mussten sich alle Beamten und Gemeinden des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken beteiligen. Das Haus Herzogstr. 8 hatte der Herzog in der Lotterie selbst gewonnen. Er machte es im Jahr 1772 seinem Hofmaler Johann Christian von Mannlich zum Geschenk. Mannlich hat es mit seiner Familie bis zur Flucht vor den französischen Revolutionstruppen 1793 bewohnt.

Seit 1857 war das Haus im Eigentum von Ludwig Molitor, zuletzt Kgl. Bayr. Oberlandgerichtsrat. Molitor ist als Zweibrücker Geschichtsschreiber weit über die Pfalz hinaus bekannt geworden. Er hat hier im Haus die "Geschichte einer deutschen Fürstenstadt" (1885), die erste vollständige Geschichte Zweibrückens, geschrieben.

Anfang des 20. Jahrhunderts kam das "Mannlichhaus" in den Besitz der Ev. Landeskirche, von der es 1985 die Zweibrücker Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs erwarb. Die Kulturgutstiftung wurde 1976 von der Heimatforscherin Emmy Gehrlein-Fuchs gegründet. Aufgabe der Stiftung ist es, Kulturgut der alten Residenzstadt Zweibrücken und des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken zu erwerben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Stiftung hat mit finanzieller Hilfe des Landesamtes für Denkmalpflege 1986 im 2. Obergeschoss eine "Mannlich-Gedächtnisstätte" eingerichtet (geöffnet So 11 – 12 Uhr).

Bildbeschreibung