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Homburg

Historische Innenstadt

Als Soldat nahm Sébastien Le Prêtre de Vauban (1633 - 1707) an mehr als 50 Belagerungen sowie rund 140 Gefechten teil, als herausragender Architekt und Ingenieur hingegen prägte er mehr als 300 Festungen und Städte - darunter auch Homburg.
 
Kurz nachdem die Truppen Ludwigs XIV. 1679 mit der Hohenburg "den Schlüssel zum Westrich" in ihren Besitz gebracht hatten, reiste der berühmte Baumeister persönlich in die Saarpfalz, um sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. In den folgenden Jahren wurde "Hombourg-la-Forteresse", wie der wichtigste Vorposten des "Sonnenkönigs" an der Saar nun hieß, nach den Plänen Vaubans zum Bollwerk ausgebaut. Dabei bestand die 1680 sogar zur Hauptstadt der französischen Saarprovinz erhobene Festung aus "Chateau et Ville", das heißt aus der Zitadelle auf dem Schlossberg sowie der unterhalb davon gelegenen, von Verteidigungssystemen umgebenen Siedlung. Ein Relikt aus der kriegerischen Zeit der heutigen Kreis- und Universitätsstadt sind übrigens auch die geheimnisumwitterten Schlossberghöhlen: Immerhin waren die "größten Bundsandsteinhöhlen Europas" unter französischer Besatzung planmäßig ausgebaut und als Magazine genutzt worden. Nach der Aufgabe der Festung indes gerieten sie in Vergessenheit und wurden erst 1930 wieder entdeckt.
 
Während die Zitadelle und die Stadtbastionen nach den Friedensschlüssen von Rijkswijk (1698) und Baden (1714) geschleift und anschließend unter anderem als Steinbruch für den Bau des "Feenschlosses Karlsberg" verwendet wurden, konnte das barocke Homburg selbst viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahren. So stößt man noch heute an vielen Ecken der Stadt auf allerhand Spuren aus einer ebenso bewegten wie glanzvollen Vergangenheit. Dabei lohnt sich neben einem Besuch des historischen Marktplatzes vor allem ein Rundgang durch die in beträchtlichen Teilen erhaltenen Altstadt. Entlang dieses Rundwegs stößt man nicht nur auf etliche Bauten aus jener Zeit, als Homburg wichtiger Außenposten Frankreichs war, sondern auch auf zahlreiche architektonische Zeugnisse des 18. Jahrhunderts.
 
Als Homburg 1755 in Folge eines Tauschvertrages von Nassau-Saarbrücken an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken fiel, erhielt die vormalige Festungsstadt ein anderes Gesicht. Unter der Regentschaft Karls II. Augusts wurde beispielsweise der Turm der evangelischen Stadtkirche mit seinem markanten Barockhelm errichtet. Zuvor bereits hatte Christian IV. im Gebäude des ehemaligen französischen Militärhospitals ein Waisenhaus und später mit der "Homburger Schamass-Manufaktur" die erste fabrikmäßige Anlage der Stadt eingerichtet. Ebenfalls im 18. Jahrhundert entstanden viele der barocken Bürgerhäuser, die bis heute zu den Schmuckstücken der Innenstadt zählen, sowie der steinerne Garten-Pavillon in der Oberen Alle.
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