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Ottweiler

Evangelische Kirche

Die heutige evangelische Pfarrkirche in Ottweiler war ursprünglich eine Kapelle, die vom Kloster Neumünster aus betreut wurde. Die ältesten Bauteile stammen aus dem Jahre 1477.

Im Jahre 1684 übernahmen die Protestanten die Kapelle als Pfarrkirche. Sie vergrößerten die Kapelle im Jahre 1701 über die Stadtmauer hinaus nach Westen. Der von Graf Friedrich Ludwig von Nassau-Saarbrücken geplante Neubau einer evangelischen Kirche wurde im frühen 18. Jahrhundert nicht ausgeführt.

In den Jahren 1756/57 wurde die evangelische Kirche nach den Plänen des Nassau-Saarbrücker Generalbaudirektors Friedrich Joachim Stengel (1694 – 1787) auf Anordnung des Fürsten Wilhelm Heinrich on Nassau-Saarbrücken im Sinne einer protestantischen Predigtkirche, in der sich die Gemeinde um die liturgischen Handlungen gruppieren sollte, umgestaltet und nach Osten erweitert. Vor der hinteren Querwand und der Längswand an der Turmseite wurden zwei Emporen übereinander gebaut. Im Chorraum bot eine weitere Empore Platz für die Orgel. Auf der unteren ostwärtigen Empore wurde ein beheizbarer Raum für die gräfliche Familie eingerichtet. Die Ostwand erhielt ein barockes Hauptportal mit einer doppelläufigen Freitreppe. Vermutlich hat Stengels Werkmeister Karl Abraham Dodel das Hauptportal geplant und auch verwirklicht.

Im Sommer 1958 begannen die umfangreichsten Arbeiten seit der Neugestaltung der Kirche vor mehr als zweihundert Jahren. Nach Plänen des Architekten Karl Möhnke wurde das Innere des Gotteshauses vollständig verändert. Seitenemporen und Orgelempore verschwanden mitsamt dem historischen Gestühl. Vor der Ostwand fand eine geräumige Stahlempore Platz. Der gesamte Fußboden wurde mit Sandsteinplatten ausgelegt, neue Kirchenbänke füllten den Raum für die Besucher aus. Professor Meistermann aus Karlsruhe entwarf die neuen Glasfenster und baute diese ein.

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