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Salzhäuser

Die Historischen Salzhäuser in Sulzbach stehen symbolhaft für wirtschaftlichen Wandel auch im 18. Jh. und für den damaligen Aufbruch ins moderne Industriezeitalter. Salzbrunnenhaus, Salzherrenhaus und neuzeitliche Gebäude bilden auf der Schmelz ein attraktives Karree mit schönem Innenhof.

Salz wurde in Sulzbach erstmals 1549 gefördert. Der Bau des Salzbrunnenhauses mit seinem hohen spitz zulaufenden Dach ist der letzten Epoche der Sulzbacher Salzgewinnung von 1730 bis 1736 zuzuordnen. Die im Jahr 1733 geförderte Salzmenge konnte noch fast den gesamten Bedarf Nassau-Saarbrückens decken. Doch schon 1734 begannen die Quellen zu versiegen. Das Werk wurde für andere Zwecke verkauft bzw. versteigert. Heute finden im Salzbrunnenhaus Theateraufführungen, Konzerte, Kunstausstellungen sowie Veranstaltungen der Volkshochschule und anderer Einrichtungen statt.

Mehr zur Sulzbacher Salzgewinnung und zum Salzbrunnenhaus unter www.sulzbach-saar.de

Der Bau des Salzherrenhauses datiert aus der zweiten Hälfte des 18. Jh., wobei die ursprüngliche Bestimmung des Salzherrenhauses bis heute nicht bekannt ist. Gesichert jedoch ist, dass das Salzherrenhaus von 1786 bis um 1800 das Wohnhaus von Carl Philipp Vopelius, Begründer früher Industrien in Sulzbach, war. Heute beherbergt das zweistöckige Salzherrenhaus mit seinem Mansarddach und den verwinkelten Zimmern Büros und Veranstaltungsräume der Volkshochschule.

1786 übernahm Carl Philipp Vopelius die Leitung der Alaunhütten und der Blaufabrik, die sein Schwager gepachtet hatte. Nach den Kriegsjahren 1793/94 übertrug die französische Verwaltung Vopelius Hütte und Fabrik zur Pacht. 1795 wurde Vopelius durch seine Ehe mit Charlotte Henriette zum Schwager des Glasfabrikanten Johann Philipp Wagner. Wagner, dessen Kompagnon Leonhard Reppert und Vopelius pachteten zusammen 1797 die Mariannenthaler Glashütte im benachbarten Schnappach. Von nun an bestimmten Carl Philipp Vopelius und seine Nachfahren in maßgeblicher Weise das wirtschaftliche Geschehen in Sulzbach. Erst 1929 wurde die letzte Glashütte in Sulzbach geschlossen.

Mehr zum Salzherrenhaus und zur Familie Vopelius in Sulzbach/Saar unter www.sulzbach-saar.de

  • Außenbesichtigung des Salzbrunnenensembles jederzeit
  • Innenbesichtigung des Salzbrunnenhauses mit wenigen Hinweisen auf die frühere Salzförderung Mo bis Fr 8.30 – 16.30 Uhr
  • Gruppenführungen auf Anfrage Tel. 06897/9248312
Bildbeschreibung

Der gute Tipp

Ein Spaziergang zu Spuren früher Industrien in Sulzbach

Für Interessierte ist das Salzherrenhaus Ausgangspunkt für einen Rundgang zu den - freilich spärlichen - Spuren früher Industrien. Vom Salzherrenhaus führt der Weg linker Hand „Auf der Schmelz“ an der neogotischen Evangelischen Pfarrkirche (1852 – 54 nach Plänen von C. Rüger mit Erweiterung durch Heinrich Güth 1897 – 98) vorbei zum Ehemaligen Appoltschen Herrenhaus, In der Hohl 2. Das barocke Herrenhaus der Unternehmerfamilie Appolt, Besitzer der benachbarten Blaufabrik von 1830 bis 1908 (zuvor von Carl Philipp Vopelius geführt), wurde 1792 erbaut.

Die Blaufabrik wurde bereits 1786 zur Erzeugung von Salmiak und des zeitweise weltweit vertriebenen „Preußischblau“ gegründet, endgültig geschlossen wurde sie 1938. Nur noch wenige – unansehnliche – Gebäudereste unterhalb der Landstraße rechter Hand vom Appoltschen Herrenhaus sind erhalten. Wer will, kann von hier aus durch dichte Wälder zum Brennenden Berg spazieren.

„Auf der Schmelz“ in die andere Richtung gehend, kommt man bald zur Sulzbachtalstraße. Von hier aus sind es nur wenige Schritte linker Hand zur Villa Vopelius. Die klassizistische Villa wurde 1837 im Palladio-Stil für die Tochter von Carl Philipp Vopelius Charlotte erbaut.