Tour Barock... entdecken Sie die Stationen der BarockStraße.
Völklingen-Ludweiler

Hugenottenkirche

Die Hugenottenkirche in Ludweiler, Stadtteil Völklingens, erinnert an die Unterdrückung und Vertreibung der Calvinisten, französischer Protestanten, aus dem katholischen Frankreich des 16. und 17. Jahrhunderts. Hugenottische Handwerker trugen maßgeblich zur Gründung der Glas- und Eisenindustrie im Warndt bei.

Die Hugenottenkirche wurde 1768 nach Plänen von Balthasar Wilhelm Stengel, Sohn des Nassau-Saarbrückischen Baumeisters Friedrich Joachim Stengel, erbaut. Sie steht an der Stelle dreier Vorgängerbauten von 1604, 1660 und 1720. Die barocke Saalkirche im schlichten reformierten Stil wurde nun erstmals ganz aus Stein errichtet. Mit ihrem Kanzelaltar und der gegenüber liegenden einfachen Empore ähnelte sie stark dem Bau von 1720. Bemerkenswert im Inneren die Stumm-Orgel von 1855 bis 1857. Vor dem Hauptportal wurde 1876/77 der fast 40 Meter hohe Kichturm mit neugotischen und neuromanischen Stilelementen angefügt, der den bisherigen kleinen Dachreiter ersetzte. Weitere Erneuerungen und Erweiterungen wurden zu Beginn des zweiten Weltkrieges, 1954 und 1961 vorgenommen.

Außenbesichtigung jederzeit.

Öffnung nur zur Zeit der Gottesdienste, Schlüssel aber im benachbarten Pfarrhaus (Tel. 06898/4541).

Führungen auf Anfrage:
Evangelische Kirchengemeinde Ludweiler, Tel. 06898/4541 oder
Heimatkundlicher Verein Warndt e.V., Tel. 06898/43626

Der gute Tipp:

Eine Wanderung auf dem Hugenottenweg

Die Hugenottenkirche in Ludweiler ist Endpunkt des Hugenottenwanderweges, der an die Flucht der Hugenotten aus dem Metzer Land nach Ludweiler im Nassau-Saarbrückischen Warndt erinnert. Heimlich kamen die Hugenotten von Courcelles-Chaussy alljährlich nach Ludweiler, wo sich eine Hugenottengemeinde angesiedelt hatte, zu Taufen und Trauungen und zur Herbstkirmes, die in ihrer Heimat verboten waren. Mit der Aufhebung des Edikts von Nantes 1865 wurde die Strecke endgültig zum Fluchtweg in eine neue Heimat.

Ausgangspunkt der 50 km langen Wanderung ist die ehemalige Hugenottenkirche in Courcelles-Chaussy im Metzer Land. Der blauen Hugenottenkreuzmarkierung folgend werden lothringische Bauerndörfer, die aussichtsreichen Kalkhochebenen des französischen Niedgaus, die Maginotlinie sowie der französische und der deutsche Warndtwald mit der Moulin d’Ambach, Ausblicken auf die industriellen Anlagen und Siedlungen von Carling und St. Avold und dem schönen Warndtweiher berührt.