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Zweibrücken - 20.06.2015

Fahrt nach Meisenheim

Meisenheim, eine Residenzstadt des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken

Im Jahre 1410 entstand durch Erbteilung unter den vier Söhnen des pfälzischen Kurfürsten und Königs Ruprecht (III./I.) das selbständige, wittelsbachische Fürstentum Pfalz-Zweibrücken. Der jüngste Sohn, Pfalzgraf Stephan, der Stammvater der Linie Pfalz-Zweibrücken, erhielt Besitz im Elsass, auf dem Hunsrück und im Soonwald, im Pfälzer Wald und in der Vorderpfalz sowie im Westrich die ehemals saarbrückische Grafschaft Zweibrücken. Zur Bildung eines eigenen, in sich geschlossenen Herrschaftsbereiches war dieser Streubesitz ohne geographischen, strategischen oder wirtschaftlichen Mittelpunkt nicht gerade günstig. Man kann deshalb vermuten, dass beim Zuschnitt von Stephans Anteil bedacht worden war, dass er die Grafen von Veldenz beerben würde, denn er hatte im gleichen Jahr, 1410, gerade Anna, die Erbtochter des letzten Veldenzers geheiratet. Das nach dem Tode seines Schwiegervaters Friedrich v. Veldenz 1444 dann tatsächlich an ihn gefallene Erbe vergrößerte sein Territorium beträchtlich und brachte ihn in den Besitz der Veldenzer Bergwerke in der Nordpfalz, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für das gerade neu entstandene Herzogtum. Während Pfalzgraf Stephan anfangs vorwiegend in Simmern residierte, verlagerte er nach dem Tode seines Schwiegervaters seine Residenz zunehmend in dessen veldenzische Residenzstadt Meisenheim. Stephans Sohn Ludwig I., den man wegen seiner Haarfarbe auch den Schwarzen nannte, verlagerte vor dem Hintergrund seiner vielen, wenig erfolgreichen geführten Fehden mit seinem kurpfälzischen Vetter Friedrich, den man nicht umsonst den Siegreichen nannte, seine Residenz nach und nach von Meisenheim nach Zweibrücken - also etwas aus der Reichweite der Kurpfalz weg, ein Prozess, der unter seinem Sohn Alexander mit dem Bau der später nach ihm benannten Stadtkirche abgeschlossen war. Nach und nach löste die Alexanderskirche dann auch die Schlosskirche von Meisenheim als Grabkirche des Herzogshauses ab. Meisenheim diente aber auch später, als Zweibrücken schon zur Residenz aufgestiegen war, in Kriegs- und Notzeiten immer wieder als Ausweichquartier für den Hof, die Verwaltung und das Gymnasium. Meisenheim ist, da es im Gegensatz zu Zweibrücken das Glück hatte, nie zerstört worden zu sein, eine Reise wert. Es ist eine entzückende Kleinstadt mit mittelalterlichem Flair. Besuchen sollte man auf jeden Fall die Schlosskirche, das Vorbild für die Zweibrücker Alexanderskirche, u.a. mit der Grablege von Herzog Wolfgang. Vermutlich haben beide Kirchen denselben Baumeister, Philipp von Gmünd.

Reiseverlauf: Abfahrt im Reisebus ist um 08.00 Uhr an der Festhalle Zweibrücken. Bitte erscheinen Sie rechtzeitig, damit wir die Vollzähligkeit der Reisegruppe überprüfen können. Während der Busfahrt gibt es bereits Erläuterungen zu Meisenheim und seiner historischen Verbindung zu Zweibrücken. Um 10 Uhr beginnt der Stadtrundgang, Treffpunkt ist am Schlossplatz vor der Schlosskirche. Eine Stadtführung beinhaltet in der Regel auch eine kurze Führung durch die Schlosskirche von innen. Sollte die Schlosskirche kurzfristig belegt sein (z.B. durch Hochzeit, Beerdigung o.ä.), kann eine Besichtigung in solch einem Fall leider nicht stattfinden. Wir bitten dies zu berücksichtigen. Nach der Stadtführung werden wir im Brauhaus Meisenheim zu Mittag essen. Plätze werden reserviert, Malzeiten sind nicht im Preis inbegriffen. Bitte entsprechend Bargeld bereithalten. Im Anschluss geht es mit dem Bus zurück nach Zweibrücken.

Samstag, 20. Juni 2015, 8.00 Uhr, 23 Euro pro Person - Anmeldung bei VHS Zweibrücken: Tel. 06332 209740

 

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