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Zweibrücken - 21.10.2017

Heiß begehrt – 250 Jahre Zweibrücker Porzellan (1767-1775)

21. Oktober 2017 – 11. Februar 2018 • Ausstellungseröffnung: Freitag, 20. Oktober 2017, 18 Uhr

Jahrhunderte lang hüteten die Chinesen das Geheimnis der Porzellanherstellung. Mit dem Bekanntwerden der exotischen Heißgetränke Kaffee, Tee und Schokolade, die besonders gut aus Porzellan schmecken, begann in Europa die Jagd nach der Porzellanrezeptur, dem Arkanum. 1708 gelang es in Sachsen – erstmals in Europa – weißes Hartporzellan herzustellen. Das lukrative Wissen blieb nicht lange geheim. Bald war es eine Prestigesache für die Fürsten, ihre Hoftafeln mit eigenem "weißen Gold" zu decken. Auch Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken förderte im Zuge einer merkantilistischen Wirtschaftspolitik die Gründung einer "Porzellanfabrique" in seinem Land (1767). Acht Jahre ließ er, zuerst in Gutenbrunn und dann in Zweibrücken, hochwertiges Porzellan produzieren. Trotz künstlerischer Güte fehlte aber, wie in anderen Kleinstaaten auch, der Absatzmarkt für die teure Luxusware. Mit dem Tod des Herzogs, 1775, endeten die Subventionen, die Produktion wurde eingestellt. Die wenigen erhaltenen Zweibrücker Porzellane, ca. 250 Teile, sind heute heiß begehrte Sammlerstücke. Die Ausstellung ergänzt die weltweit größte Sammlung des Stadtmuseums (83 Teile) durch wertvolle Leihgaben. Sie veranschaulicht die Esskultur des Rokokos und lüftet das einst strenggehütete Geheimnis des Arkanums.