Marianne von der Leyen
Frühe Neuzeit (1745 Mainz– 1804 Frankfurt)

Marianne von der Leyen
Die Stadt Blieskastel erhielt in dieser Zeit das barocke Gepräge, das sie bis heute einzigartig macht. Als „Landesmutter“ holte Marianne von der Leyen Architekten wie Christian Ludwig Hautt, Mathias Weysser oder Peter Reheis an ihren Hof. Während von dem ursprünglichen Schlossbau nur die so genannte „Orangerie“ überdauerte, sind aus ihrer Herrschaftszeit zahlreiche Bauwerke erhalten: Der Paradeplatz etwa mit dem angrenzenden Rat- und Waisenhaus sowie dem „Haus des Waisenvogts“ Peter Schlemmer, das „Kleine Schlösschen“ und die Hofratshäuser in der Schlossbergstraße oder nicht zuletzt die reich ornamentierte Schlosskirche legen Zeugnis ab über die rege wie kunstvolle Bautätigkeit diese Phase.
Marianne von der Leyen engagierte sich als eifrige Reformerin: Sie förderte den Bergbau, das Hüttenwesen und die Glasindustrie, modernisierte das Schulwesen, kurbelte die Landwirtschaft an und leitete im Gesundheitswesen Verbesserungen ein. Das Übergreifen der Französischen Revolution zwang die populäre „Landesmutter“ 1793 zu einer abenteuerlichen Flucht in Bauernkleidung.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Marianne von der Leyen auf Schloss Heusenstamm bei Frankfurt, 1981 wurden ihre Gebeine nach Blieskastel überführt und in der Krypta der Schlosskirche beigesetzt.
Literaturangaben
Ludwig Eid: Reichsgräfin Marianne von der Leyen, Saarbrücken 1937.
